13 Febr. 2020

Ein "Mann", ein "46-Jähriger"

Submitted by ebertus

Nein, hier geht es nicht um die von eher fremdenfeindlichen Medien gern kritisierte Verschleierung eines "Täters" mit (unterstelltem) Migrationshintergrund. Das hier ist viel edler, die hehre Privatsphäre schützend ..., oder?


Man hört und liest zwar viel über den umfänglich dargebotenen, überbordenden Hass im Netz, in den (a)sozialen Medien und Blogs - von dahingehenden Verfahren oder gar (rechtsgültigen) Verurteilungen eher wenig.

Diese Tage konnte man den Qualitätsmedien entnehmen, dass einem "Mann", einem "46-Jährigen" Ende Februar in Berlin nun der Prozess gemacht werde, weil er die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli beleidigt haben soll. Über die Schuhgröße oder die sexuelle Orientierung, gar die AfD-Nähe des Delinquenten wurde nicht berichtet; sein Name eh' Tabu.

Gut so! Und wer Chebli, eine Politikerin mit Migrationshintergrund beleidigt, der dürfte selbst eher keinen haben.

Die Auflösung des Rätsels um den "Mann" brachte -hier erstmals verlinkt- Belltower-News, eine in diesem Kontext vollkommen unverdächtige Website der Kahane-Stiftung, spezialisiert auf neurechte, insbesondere antisemitische Umtriebe und deren Entlarvung; gern ad personam. Ja, da wurde (mir) sofort klar, warum sich die Leitmedien eine derartige Zurückhaltung auferlegen. Es handelt sich um einen, mir bis dato unbekannten, in der Youtube-Szene jedoch wohl stark frequentierten Blogger, dem man natürlich keine zusätzliche Bühne bieten wollte.

Auch der Belltower-Text verzichtet auf einen Link; hier also schmunzelnd  nachgeholt.

Kommentare

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die alte Socke, ist nicht nur ein Streitbarer Youtube Zeitgenosse, sondern auch TÄTÄ!: Ex Polizist.
Neiiinnn, rechte weiße Männer-Netzwerke bei der Polizei, die den Genderwahn nicht verstehen und auch keine Strapse tragen, gibt es nicht - niemals!

Da haben sich auch 2 gefunden: eine Chebli, die eine doch recht verstrahlte Idee vom Zusammenleben (und sonstigen Interpretationen) hat und ein Kellner, der eine deutlich konservative Position vertritt...
Kann auch sein, dass Kellner sauer ist, weil er nicht der Vater ihres Kindes ist. Aber wer weiß das schon so genau, es könnte ebenso sein, dass das ein gespieltes Drama ist, um die Klickzahlen für die Monetarisierung auf YouTube zu erhöhen... ;-)
Auf jeden Fall ist es ein lustiges "Nichtthema".

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Antwort auf: Christian   zum Kommentar: Tim

bezüglich dieser beiden -wohl wichtigen- Personen der Zeitgeschichte.

Für mich nicht ganz ein "Nichtthema", hatte ich doch über diese bei Belltower-News angegebenen, in Rede stehenden Beleidigungen nachgedacht. Was die "islamische Sprechpuppe", überhaupt die Zuweisung als "Sprechpuppe" an einen realen Menschen angeht, so kann ich mir schon vorstellen, dass dies vom Gericht als Beleidigung erkannt wird.

Ganz anders die "Quotenmigrantin", denn Quoten, ggf. verbindlich vorgegebene Quoten für Frauen, für Migranten et al. sind ja ein ernsthaft diskutiertes gesellschaftspolitisches  Thema. Die irgendwann vielleicht kommende Quotenfrau eines Dax-Unternehmens dürfte dann nicht einmal so genannt werden, die Geschlechterquote (verfassungsrechtlich wohl noch umstritten) für die Kandidatenaufstellung zum nächsten Brandenburger Landtag ebensowenig.

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Twitter & Co. ist nicht so mein Ding; dennoch zum Schmunzeln  diese Einlassung des nun freigesprochenen Tim Kellner:

"Und mit Sprechpuppe habe der Angeklagte eben gemeint, dass die Berliner Staatssekretärin an manchem Tag auf Twitter bis zu 30 Retweets verschicke, mit diesen gebe sie ja lediglich die Inhalte anderer wieder."

Hyperaktiv würde ich (würde man?) das wohl nennen; und fragen, ob Chebli dieses Weiterverteilen lediglich in ihrer Freizeit erledigt; oder es Bestandteil ihres offiziellen Jobs ist.

Und jetzt ist aus dem "Mann", dem "46-Jährigen" auch beim oben verlinkten Tagesspiegel der reale, namentlich benannte Mensch geworden. Wobei es in dem Artikel primär um Hate-Speech an sich geht, sog. Hasskriminalität als definierter Begriff bislang kein Bestandteil des Strafrechts ist, auch meine  Oma, die "alte Umweltsau" daher als Satire durchgehen durfte.