11 März 2020

Kunst und Kultur darf (fast) alles

Submitted by ebertus

Klar, Xavier Naidoo ist vielleicht schon etwas zu alt für den WDR-Kinderchor, dessen Satire auf unser aller Oma als "Alte Umweltsau". Aber falls der ausgewiesene Qualitätssender RTL jetzt eine Stellungnahme von Naidoo zu seinem letzten Text einfordert, so wäre der Hinweis des Delinquenten auf Satire mit Sicherheit sowohl angemessen, als auch zielführend.


Während die anderen Qualitätsmedien lediglich (wenn überhaupt) ein entrüstet dargebotenes Raunen zur Causa  absondern, so gibt der böse Russensender, gibt RTdeutsch Butter bei die Fische; veröffentlicht gar den kompletten Text des Rap nebst einigem Hintergrund.

Youtube  dagegen ist diesmal recht flott und hat das Teil, diesen Sprechgesang gleich mal wegen -nee, nicht Rassismus- wegen Verletzung von Copyright  aus dem Verkehr gezogen. Muss also jemand geben, der zumindest behauptet, Rechte daran zu haben.

Kommentare

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wo ich eher nur noch selten kommentiere, den Kopftext dieses Blog dann doch mal eingestellt.

Eher nicht relevant, dieser Artikel in der taz, wird die übliche Gebetsmühle in der Echokammer angeworfen. Aber dann meinte ein Kommentator dort, auf meine Einlassung antworten zu müssen. Nach kurzem Aufwärmen ebenfalls das Übliche an reflexartigen Zuweisungen ad personam.

Aber ich habe ihm geantwortet, mehrfach sogar und ebenso verschiedenen anderen, sich später dazu gesellenden Kommentatoren; einem weiteren Krawallo (KABOOM) jedoch nicht; der war mir dann doch etwas zu primitiv. Überhaupt, wenn man eher selten dort ist, so kennt man die in der Regel anonym agierenden Nicks und deren oft vulgär-akrobatischen Kampfinstinkt nicht so wirklich.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Gestern bei der taz,

jetzt regiert der Moderations-Staubwedel im Kommentarstrang.

Neben bislang lediglich einer mit Moderationsvermerk hinterlegten Kürzung eines Kommentars (keiner von mir) sind mehrere andere rückstandslos verschwunden. Ok, bei manchem vulgärakrobatischen Hatespeech der per Definition Guten könnte ich das ja noch verstehen, nur sind auch einige meiner absolut sachlichen, sich keiner negativ konnotierten ad personam Zuweisung oder gar rohen Sprache bedienenden Kommentare gleich mit verschwunden.

"Gutes" Beispiel dafür, dass es eigentlich vollkommen egal ist, wie formal korrekt man den Diskurs führt.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Au weia ...,

Maßstab für jeden Artikel und Kommentar ist immer und überall mein eigener Anspruch. Selbstverständlich habe ich in Kommentaren auch schon mal jemanden vorsätzlich provoziert, das auch nicht unbedingt mit meiner eigenen Meinung, aber durchaus mit meinem eigenen Stil – wer's mag mags mögen.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Eben nicht

war es, zumindest was meine Einlassungen betraf, wohl eher der Anspruch des Hausherren.

Wie geschrieben, verstehe ich diesen Ansatz ein Stück weit, was wirklichen Hate-Speech, vulgäre Sprache, persönliche Zuweisungen oder extreme Trollerei angeht. Und Metzeleien wie bei den Termiten, wo ich mich primär als technischer Betreuer, nicht als "Besitzer" des Blog gesehen habe, wird es hier nicht geben.

Die Moderatorin bei der taz hat übrigens auf meine Anfrage wegen der Löschungen geantwortet. Meine Einlassungen seien teilweise nicht sachdienlich, nicht konstruktiv  gewesen, verweist ansonsten auf die Netiquette, bestätigt mir damit zumindest indirekt, das es formal nichts dagegen zu sagen gab. Ist eben die Politik des Hausherren; und das muß man akzeptieren.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: In dem Falle

Die Kommentare in der taz hatte ich gelesen – die gelöschten natürlich nicht.

»Sachdienlich UND konstruktiv« ist zumindest ein sehr hoher Anspruch, den kein Blog wirklich bedienen kann. Da ist etwas Toleranz für Tollerei durchaus angebracht; also eine Überreaktion der Moderation.

Seiten mit Bettelbrief und Hemmschwelle klicke ich inzwischen meist weg – die Werbeeinnahmen verschweigt jede Zeitung beflissentlich ...

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Na ja

meiner rückstandslos gelöschten Kommentare.

Ganz oben im Kommentarstrang, auf den etwas satirisch zu verstehenden Kommentar eines SAMS geantwortet, der dafür plädiert, noch mindestens einen Weiteren aus der RTL-Jury zu entlassen,

da habe ich sehr sachdienlich, ggf. nicht konstruktiv genug (wo soll man da konstruktiv sein?) die Parallele zu Uwe Steimle gezogen, der vor einigen Wochen vom MDR gefeuert wurde.


Btw. und nicht geschrieben, eher mitgedacht: Steimle wie Naidoo, wurde exakt das Gleiche vorgeworfen:

Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungstheorie - also fast  die komplette, inflationär verwendete Palette an Zuweisungen. Ok, bei Steimle kommt noch dessen Zuspruch in Sachen Russland hinzu, für die seit 2014 transatlantisch gewendete taz wohl ein rotes Tuch. Und bei Naidoo ist es wohl dessen herkömmliches, christliches Familien- und Frauenbild.