27 März 2020

Die Konzerne sind die Ersten

Submitted by ebertus

"Wenn eine lokale Regierung offiziell die Schließung von Geschäften für mehr als einen Tag vorschreibt, wird dies von C&A als Ereignis höherer Gewalt angesehen, das C&A zur vollständigen Aussetzung seiner Verpflichtung zur Zahlung von Mieten berechtigt"


Dieses Statement kann man bei Tichys, aber auch anderswo bei den hofberichterstattenden Medien nachlesen; Adidas und H&M folgen dem Beispiel von C&A wohl bereits. Eigentlich logisch, marktwirtschaftlich sowieso. Und als neuer, guter, systemkonformer Linker darf man nun entscheiden, wer der bösere Bube ist:

Konzern oder Vermieter?

Die wirklich Betroffenen werden eher still leiden, haben eh' keine Lobby wie Konzerne, Vermieter oder auch Landwirte. Ja, letztere machen ebenfalls mobil, werden Spargel & Co. demnächst wohl teurer. Vielleicht doch gleich morgen noch etwas Lebensmittel hamstern ...

Kommentare

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da die offizielle Schließung analog der Reisewarnung als Anlass genommen wird, seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen zu müssen und daraus auch die zwangsweise Freistellung der Mitarbeiter resultiert, sollten diese den "Ball" aufnehmen und zumindest denen die Miete aussetzen (und später auch nicht nachzahlen!), die sich auf der anderen Seite als Immobiliengesellschaften aufgestellt haben. Denn ein wenig Ausfall kann das Kapital schon verkraften, wobei Ansprüche auf Gewinne mir zumindest nicht bekannt sind, auch wenn es in den Medien oft so erscheint.

Aber das kann es natürlich nicht sein! Hier läuft etwas völlig aus dem Ruder und setzt eine "Kettenreaktion" in Gang. Als ob es nicht bereits genug Probleme gäbe.

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Antwort auf: Paul   zum Kommentar: Dann gilt auch diese Ableitung:

Henne oder Ei? Pest oder Cholera? Wasch' mir den Pelz, aber ...

Gerade ganz offiziell bei der Tagesschau gelesen; dass jetzt auch TUI mit Milliarden gerettet wird. TUI, waren das nicht die mit den Vielfliegern und den Kreuzfahrern als potentielle CO2-Verbrecher  an Bord? Von der Greta bis zur Langstrecken-Luisa sollte jetzt wegen dieser obszönen Rettung doch schärfster Protest eingelegt werden.

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Antwort auf: Paul   zum Kommentar: Dann gilt auch diese Ableitung:

Auch die Lufthansa  wird wohl gerettet werden (müssen).

"Angesichts des weitgehend eingestellten Luftverkehrs meldet die Lufthansa für rund 31.000 Beschäftigte fünf Monate lang Kurzarbeit an. Die Fluggesellschaft hofft auf weitere Staatshilfen."


Verstehe ich alles nicht frown , wurde uns "Klimaleugnern" die Forderung nach einer deutlichen Reduzierung des Flugverkehrs von taz bis tagesschau & Co. doch in einer Art Propagandadauerschleife verabreicht.

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Antwort auf: Paul   zum Kommentar: Dann gilt auch diese Ableitung:

Muss jenseits von Norbert Blüm demnächst vielleicht auch "unsere" Rente gerettet werden?

Eigentlich zwangsläufig! Wenn weniger RV-Beiträge gezahlt werden, kann ohne Rettung auch weniger ausbezahlt werden.

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Nochmal die Kette

denn das hängt vom Verlauf der Coronakrise ab. Aber ernsthafter, die Rücklage der gesetzlichen liegt zurzeit bei fast 2 Monaten. Ist zwar keine lange Zeit, aber die weitgehende Stilllegung der Wirtschaft wird kaum länger dauern (können).

Und ohne das jetzt zu suchen, müsste der Bund gesetzlich verpflichtet sein, Minus auszugleichen. Und ehe in den Bestand eingegriffen würde, fiele die 20% Beitragsgrenze. Was übrigens auch von der sogenannten "Rentenkommission" infrage gestellt wurde und von zukünftig notwendigen Erhöhungen bis 24% im Gutachten ausgeht.

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Antwort auf: Paul   zum Kommentar: nicht zwangsläufig,

in Gottes Ohr, wie man lediglich hoffend sagen kann.

Bei den sich aktuell überschlagenden Not(stands)gesetzen wären Begründungen für Rentenkürzungen mit Sicherheit nicht weit. Andererseits sind gerade die Rentner ja beinahe systemisch wichtig, da sie ohne Arbeitsplatzrisiko weiter konsumieren, ihre Verpflichtungen wie Miete etc. erfüllen können. Die Baustelle wird daher wohl nicht so schnell aufgemacht werden, eher noch ein wenig mehr Geld gedruckt.

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Die Kosten einer Grippe tragen die Krankenkassen und die Arbeitgeber – normalerweise. In China sind diese sozialstaatlichen Methoden noch nicht so entwickelt, wie in Europa. Darum versuchen die etwas anderes. SüdKorea hat da sehr viel professioneller gehandelt.

Mit den Notverordnungen der Regierung von Mamma Dilemma sind die Kosten sozialisiert worden – alternativlos.

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Sie fließen aktuell bei Politik und Medien; ob dieser Frechheit  der Konzerne.

Nee, gemein machen muss ich mich mit denen nicht. Aber die Grundlagen der Marktwirtschaft inclusive dem sogenannten Unternehmerischen Risiko sind zumindest uns alten BRDlern bereits ansozialisiert, quasi mit der Muttermilch eingebleut worden. Wo (staatlich verordnet) keine Einnahmen fließen, kann auch nichts ausgegeben werden. Denn Konzerne sind eben kein Wohlfahrtsamt, sind auf Umsatz und Gewinn hin orientiert.

Nach meinem Verständnis braucht es diese aktuell hektisch gestrikten Gesetze zur Stundung der Mieten für Unternehmungen überhauptnicht, Denn wenn staatlich verordnet das Unternehmen still gelegt wird, dann ist eh' der Staat schadenersatzpflichtig. Ansonsten trifft das gern bemühte Unternehmerische Risiko ebenso Unternehmen wie Vermieter (dahingehend ebenfalls Unternehmer).

Etwas anders mag das bei privaten Mietern und deren (ggf.) privaten Vermietern aussehen. Wenn den Mietern, ebenfalls staatlich verordnet, die Einnahmen wegbrechen, dann ist in seiner Fürsorgepflicht ebenfalls der Staat gefordert. Aber weniger wegen dem Schutz vor Kündigung, sondern mit schnellen, direkten, nicht rückzahlbaren Überweisungen an die betroffenen Mieter. Dann kommt es erst garnicht zu einer Kündigung.

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So doof kann niemand sein, daß ein derartiger Supergau einfach nur so zufällig passiert.

Dirk Müller: So schlimm wird es NOCH - und wer dahinter steckt!

Was ist real?

Wegen des Coronavirus bricht global die Wirtschaft zusammen. China ist mit ca 82.000 Fällen seit einiger Zeit stabil. China hat aber auch ca 1,4 Mrd Einwohner. Nehmen wir Europa und die USA mit Kanada zusammen, kommen wir auf nicht einmal 1 Mrd Einwohner, aber auf ca 430.000 registrierte Fälle. Südkorea hat ohne viel staatliche Eingriffe die Krise relativ stabil schnell in den Griff bekommen mit aktuell ca 8.500 registrierten Fällen.

Der Unterschied ist statistisch signifikant. Insbesondere tragen die Menschen in Ostasien durchgängig Gesichtsmasken, um ihre Mitmenschen  nicht anzustecken. Die vielfach verwendete OP-Maske ist ein wesentlicher Teil der GESELLSCHAFTLICHEN Hygiene, weil der Coronavirus eine Inkubationszeit von ca 14 Tagen hat; infizierte Menschen also noch zwei Wochen lang ohne Symptome ander Menschen anstecken können.

Wie nachhaltig die Verluste sein werden, erfahren wir erst nach einigen Monaten. Der Vergleich mit der Finanzkrise 2007/9 drängt sich auf, in der die selbst verursachten Blasen am Finanzmarkt reguliert worden waren. Die aktuelle Coronakrise wird vermutlich nachhaltiger sein, weil sie den Realsektor direkt betrifft.

Mein Fazit lautet jetzt schon:

»Der Makroökonomie mangelt es global und einzelstaatlich an Stabilität und Resilienz,
wenn sie derartig manipuliert werden kann.
«

Darum wird nach der Krise ein Umdenken stattfinden müssen, wie die einzelstaatliche Gesellschaft und ihre Makroökonomie resilienter gestaltet werden kann – zB mit einem Grundeinkommen für ALLE und einer qualifizierten Aufklärung über Hygiene.