20 Jan. 2020

Viel hilft nicht immer viel

Submitted by ebertus

gern auch in dieser Art und Weise: "Unsere täglich Morddrohung gib uns heute"


Wer heute etwas auf sich hält, von dem etwas gehalten werden soll, wer per Definition auf der richtigen, der guten Seite steht, der sollte wenigstens eine Morddrohung erhalten haben. Wie der Deutschlandfunk  vermeldet; beispielsweise.

Dumm nur, wenn sich in Zeiten des Internet ein Blogger aufmacht, das von den Emfängern der Drohungen, den in der Regel entrüstet sich gebenden Medien gern veröffentlichte Teil mal zu recherchieren.

Upps, der gleiche Zettel wird da wohl inflationär eingesetzt ...


Nee, viel hilft nicht immer viel, wirkt manchmal gar kontraproduktiv. Das nutzt sich ab, weil doch heute jeder (außer Mutti) Antisemit, Rassist und natürlich auch Neonazi, Neurechter etc. sein darf, nun auch als Empfänger von absolut ernst gemeinten Morddrohungen der medialen Aufmerksamkeit heischt.

Kommentare

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Dass diese Zettel ziemlich gleich sind, kann daran liegen, dass sie aus gleicher Quelle stammen.
Danischs Überlegungen, dass sie auf technisch ziemlich unsinnige Weise reproduziert oder produziert wurden, spricht nicht dagegen. Was er sugerieren will, ist, dass sie auf der Seite der Empfänger vervielfältigt wurden. Auch möglich. Ebensowenig belegt. Der manische Danisch , der einen bedeutenden Teil seines Lebens damit verbringt, marxistische Verschwörungen aufzuspüren, entdeckt die dann auch zuverlässig an jeder Stelle, wo er die vermutet. Also überall.

Das schließt natürlich nicht aus, dass der eine oder andere wackere Kämpfer für das Gute enttäuscht ist, dass sein tapferer Einsatz für eine bessere Welt unzureichend bemerkt und gewürdigt wird. Das Böse, wenn es denn nur wüsste, wie gut ich bin, würde mich sicher mit den Tod bedrohen.
Wenn dann gelegentlich gefaked wird, dafür gab es schon Beispiele, ist es eigentlich nur so, dass man einen Zustand der Welt kundtut, der objektiv gegeben ist. Das sollte die eigentlich wissen, die Welt ....

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Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Mordbuben

Und Dein "manisch" trifft es wohl schon; bei seiner hochfrequenten Bloggerei.


Dass er marxistischen Verschwörungen hinterher rennt, das mag ich nicht beurteilen. Eher schon, dass er offensichtlich darunter leidet, bei dem Versuch zu promovieren von dunklen Mächten irgendwie ausgebootet worden zu sein; dieses Thema daher immer und immer wieder in jedweder Breite und Tiefe auf seinem Blog auswalzt. Muß man nicht lesen.

Was uns eher verbindet, das ist einerseits seine offensichtliche Kompetenz in Sachen IT und andererseits die Sensibilität für offene, wie -mehr noch- für verdeckte Zelebrierung von Bigotterie; doppelte Standards, wie Danisch das nennt.

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Danisch lese ich mit Ambivalenz

Das mit seiner Promotion kann ich nicht beurteilen. Ich halte die Geschichte für sehr gut möglich, da ich familiär ein wenig Einblick ins aktuelle Geschehen an den Unis habe. Es gibt wohl wenige gesellschaftliche Bereiche, wo der Anspruch aus der Verfassung, der von Freiheit von Forschung usw so wenig mit der Realität zu tun hat. Es ist ein durch und durch korrupten System, in dem die Profs mit absoluter Macht über den Mittelbau herrschen, der mit Zeitverträgen auf die Knie gezwungen wird. Stellen oder Berufungen sind fast nur über informelle Netzwerke zu erlangen usw. Ständig muss man irgendwas mit Drittmitteln machen. Anwerben, den Geldgebern Honig ums Maul schmieren. ...
Und so weiter. Kennt man alles.
Dass man Danisch, der vermutlich schon immer unangepasst war, auch aus anderen als fachlichen Gründen auflaufen ließ, ist glaubhaft.
Ich lese da gelegentlich, weil er in der ihm reichlich zur Verfügung stehenden Zeit, wie ein Staubsauger agiert, der die Absurditäten des Tages zusammenfasst. Das ist viel und es ist Müll.
Dass er diesen Müll als "Links" und "marxistisch" beschreibt kommt nicht selten vor und nimmt schon wahnhafte Züge an. Sieht aus, als ob er damit den Nerv seiner nicht wenigen Leser trifft. Und da zeigt sich das eigentliche Problem: was heute politisch und medial als "links" wahrgenommen wird und sich selbst so verortet, ist oft so dumm und antiemanzipatorisch, dass es wehtut.
Und der "Freitag" wirbt mit Marx....
Grauenvoll.

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Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Danisch

Daher nenne ich diese Linke in der Regel auch "die neue" Linke.

Und diese dumme, im Grunde antiemanzipatorische, nicht selten spiegelverkehrt rassistische und ausgrenzende systemfromme Linke (von SZ, Spiegel und taz bis ND, FR et al. beispielsweise), sie macht es mir leicht, mich auf der intellektuellen Ebene ein Stück weit zur Querfront zu bekennen.

Nach einem Gespräch via KenFM -diesem hier- habe ich mir spontan das aktuelle Buch von Jörg Baberowski bestellt. Musste nach Lieferung des Teils erst eine Warteschleife drehen; meine Frau es ebenso spontan zuerst lesen wollte ...

Und wenn Du Dich mit den Strukturen und Intrigen im universitären Bereich etwas auskennst, dann ist Dir wahrscheinlich bekannt, dass Baberowski an der Humboldt-Uni ebenfalls bereits in den Fokus dieser strunzdummen neuen studentischen Linken geraten ist.

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Meine Rede ...

Ja, die "Debatte" habe ich mitbekommen. Wobei „Debatte" es nicht beschreibt. Wirklich nicht.

Irgendwie hat das alles was von Endzeit. Volksredner auf den Marktplätzen, Wunderheiler, Erweckungsbewegungen, politische Bewegungen, die eigene Überzeugung zur Religion machen. Jeder spürt nahendes Unheil, dass nur abzuwenden ist, wenn man dem Götzenglauben abschwört, Ablass erbittet, dem einzig wahren und guten Glauben folgt und seinen Rundfunkbeitrag pünktlich bezahlt.

Mag sein, dass wir schwere Sünden begingen, mag sein, dass wir das Ende der Welt, wie wir sie kannten, verschulden, mag sein dass wir dafür zu strafen sind . Aber uns dafür in einem Meer von Dummheit zu ersäufen, ist entschieden zu hart!

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Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Ja, die "Debatte"

und Erweckungsbewegungen aka Extinction Rebellion (XR), vor wenigen Wochen in Berlin

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Volksredner, Wunderheiler

Großer Gott !

Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Ja, die "Debatte"

bin ich mit meiner meinung eher zu finden.

man kann dem "meer von dummheit" nicht entfliehen, wenn man darin nach der insel mit der geringsten (oder selbstgefälligsten) konzentration von dummheit - auch nicht getarnt als aufklärungsversuch - ausschau hält ...

es zählen nur "freischwimmer" mit dem wissen über die unendlichkeit der dummheit, denen einzig die möglichkeit bleibt, nicht SELBST davon ertränkt zu werden und keiner "sirene" zu folgen ... für mich gehört zum alltag im ewigen meer der dummheit schon immer schwejk

"Schwejk wurde mit seiner Art der „Pflichterfüllung“ zum Vorbild für unzählige Autoren, Kabarettisten, Darsteller und Lebenskünstler, die die Bürokratie, die Monarchie, die Armee, den Krieg, das Krankenhaus oder einfach den „alltäglichen Wahnsinn“ zum Ziel ihrer satirischen Federzüge und Sprachübungen machten.

Schwejk gelingt es in der Geschichte immer wieder, durch natürliche Einfalt und eigensinnige Findigkeit drohenden Gefahren zu entgehen. Im direkten Dialog karikiert er Hinterlist, Strebertum und Vorurteile. "

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_brave_Soldat_Schwejk

ps: lerne den unterschied zwischen dummheit und der kunst "sich dumm stellen zu können" ... nur der kluge kann sich dumm stellen ... der dumme schafft dies nicht >>> teste ihn und zieh deine eigenen rückschlüsse daraus, denn es GIBT auch noch kluge menschen >>> möglichweise tragen alle ein kostüm, dass es zu ignorieren gilt um erkenntnis zu gewinnen ...

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jedoch glaube ich, dass sie bestimmten begrenzungen unterworfen ist und dadurch nur noch durch kleine variablen von MUSTERN folgen kann, welche natürlich im - vor allen feudalismus - ihre kreativste zeit der umsetzung hatten

wer also deren geschichte(n) kennt ist wenig überrascht ... eher gelangweilt und enttäuscht, weil scheinbar aus der geschichte nix zur aufklärung gelernt wurde und alles auch nach endlosen muster-wiederholungen "neu" entdeckt wird.

diese geschichtsvergessenheit ist DIE chance für solche aktionen.

ich glaube die gelbwesten in frankreich und die demonstranten in chile haben das aus IHRER!!! eigenen geschichte gelernt ... leider seh ich für deutschland da völlig schwarz und bin echt gelangweilt davon .... und ja auch die russen und chinesen - die perser - haben eine wirklich große geschichte durchlebt ... durchstudiert UND auch durchlebt ... das ergebnis daraus gibt ihnen eine KRAFT, von der die meisten deutschen keine ahnung haben ... und zur "geschichte" der usa sag ich mal gar nix - die wissen gar nicht was das ist ... die kennen nur eroberung und unterdrückung ... die pure kraft des stärkeren ... und haben genau DIE kraft der harmonie des lebens aller (der indianer) zerstört ... real und philosophisch

die sogenannte "zivilisation" hat die hexen- und bücherverbrennung und überhaupt, die "politische korrekheit" zum gesunden menschenverstand erklärt ... wer denkt sich das nur aus und glaubt/unterstützt das???

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Erinnert mich spontan an Roger Hallam.


Hallam, hier schon mal erwähnt, wurde von den Medien hierzulande verbal gegrillt, weil er den Holocaust nicht als Singularität sehen wollte. Gerade die USA, erst mit den Indianern und dann mit den Schwarzen (Sklaven), sie stehen wohl nicht nur für Hallam in einer deutlichen Tradition, was jedwede Völkermorde philosophisch und real  betrifft.

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Solange nicht EINDEUTIG aufgedeckt ist, wer diesen Fake ins Netz gestellt hat, kann den jeder zu seinen rechten, linken oder verqueren »politischen« Zwecken erstellt und gepostet haben. Weiter ist nicht ausgeschlossen, daß sich da jemand nur über eine global verfügbare Meldung in den sozialen Medien ärgert und sowas von überall her postet – nichts ist unmöglich.

Meiner Ansicht nach wird mit solchen Fakes die überkommene Art der Staatsverwaltung und ihre Ordnungspolitik ad absurdum geführt. Die Zuschreibung von Gabriel an Protestbewegungen: »Das ist Pak!«, hat lediglich die Unfähigkeit von Politikern aufgezeigt, sich mit Andersdenkenden qualifiziert auseinander zu setzen.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Fake as Fake can

sind halbwegs ernst zu nehmende Morddrohungen jedoch primär ein Fall für die Polizei!


Aber genau von dieser, von Polizei nebst Staatsanwaltschaften, von den Ermittlungen, den Erfolgen und ggf. den Anklagen bis zu rechtsgültigen Verurteilungen hört man aktuell wenig; beinahe nichts. Früher war das nach meiner Erinnerung anders. Da wurden die Opfer abgeschirmt, machten sich klein und die Polizei ging, nicht selten mit Erfolg, ihrer Tätigkeit nach.

Heute stattdessen, kürzlich erst der SPD-Kasper Kevin, kokettieren die Betroffenen mit den erhaltenen Drohungen, tingeln durch die Medien und die Frage stellt sich (mir) schon, ob wirklich in jedem Fall Anzeige erstattet wird, die Polizei -deutschlandweit- nach dieser Inflation von Morddrohungen doch mittlerweile einen gewaltigen Fundus an Beweisen und Hinweisen, an potentiellen Spuren auf Machart und Täter haben müsste.

Was, wenn unter den aktuell vielen, vielen Morddrohungen nun eine wirklich mal ernst gemeint ist, nicht als Satire -geht immer- relativ bald vergessen und zu den Akten gelegt wird?