24 Jan. 2020

Netanyahu, Putin, Trump

Submitted by ebertus

An anderer Stelle hier in einem Kommentar war zu schreiben:

"Wenn hierzulande die gebotene historische Zurückhaltung nicht wäre ..., dann würde das Israel unter Netanyahu von den Qualitätsmedien einschließlich der ÖR's wohl ebenso behandelt  werden, wie Russland unter Putin, oder die USA unter Trump"


Ich habe mich geirrt, wird diese Zurückhaltung in einem aktuellen ARD-Beitrag  bereits teilweise aufgegeben. Noch hat keine ranghohe Instanz bei den Öffentlich-Rechtlichen diesen Kommentar als Satire oder gaaanz persönliche Meinung der Korrespondentin umgedeutet, bleibt es also das bekannte Framing eines unterschwellig dargebotenen neuen deutschen Wesens; welches sich schulmeisternd und gar global auch auf anderen gesellschaftspolitisch relevanten Feldern immer deutlicher zeigt

Mit Netanyahus politischen Positionen verbindet mich fast nichts, mit denen von Trump kaum mehr; und lediglich Putin scheint mir immer mal wieder der Zustimmung würdig. Aber das ist ein ganz anderes Thema als alles, was die ARD in einer bizarren Polemik zum Gedenken in Yad Vashem zu vermelden weiss.

Kommentare

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Ephraim Kishon hatte mal gesagt:

»Demokratie ist die beste aller Regierungsformen,
man darf die eigene Regierung ungestraft beschimpfen,
«

daran erkennt man sie dann wohl auch. In modernen Zeiten ist das Geschimpfe wohl groß und global; sich auf die eigene Regierung zu beschränken könnte darum hilfreich sein, weil nur dadurch eine Regierung geändert werden könnte.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Schelte


vornehmste Aufgabe ist es, bei gegebenem Anlaß die eigene Regierung deutlich zu kritisieren.

Gern auch zu beschimpfen, wenn es mal etwas emotionaler sein darf. Stattdessen mussten wir uns in den letzten Jahren daran gewöhnen, dass zum Tun der eigenen Regierung eine Art Hofberichterstattung zelebriert wird, anstelle dieser nun sogar die Mitglieder und Repräsentanten von eigentlich ziemlich besten Freunden (im Wortsinne) beschimpft werden.

Israel war da bislang eine Ausnahme, ist (nahezu) jede Kritik an Israel doch per se antisemitisch. Und nun, mehr als eine Kehrtwende; ausgerechnet via der Öffentlich-Rechtlichen; dem böse Zungen gern unterstellen, er sei Staatsfunk.

Nicht die dezente Kritik an der israelischen Siedlungspolitik darf es sein, wird stattdessen gleich die große, vulgäre Keule ausgepackt. Danach hat sogar Natanyahu das Holocaustgedenken für eine Privatparty gekapert, solle man sich gemäß der Einleitung dieses ARD-Kommentars dort in Yad Vashem doch ein Beispiel an Deutschland, an Steinmeier nehmen.

Da bleibt selbst mir als Kritiker israelischer Siedlungspolitik (als per Definition Antisemit) beinahe die Luft weg.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Der vierten Gewalt

Es gibt keine vierte Gewalt. Was dort, dezent zwar, aber deutlich ausgesagt ist, war Medienpolitik. Dieser Dissens war global und offen sichtbar und vor diesem Hintergrund wurde das Gutmenschentum des derzeitigen Frühstücksonkels vom Staatsfunk heraus gestrichen. Sowas macht sich gut in einer Biographie. Innenpolitisch ordne ich Steinmeier immer noch der asozialen Schröderbande zu. Die Medien sind keine Gewalt, schon gar nicht die öffentlichen, de fakto staatlichen.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Der vierten Gewalt

Wenig hilfreich ist die derzeitige Politik, die Fremdenfeindlichkeit allein auf den Antisemitismus und »Rechts« zu reduzieren. Fremdenfeindlichkeit gibt es in ganz Europa schon seit des Mittelalters. Die »Heilige Katholische Kirche« hatte das christlich verbrämt benutzt und auf den Antisemitismus reduziert; noch Bruder Benedict hatte kurz nach seinem Amtsantritt kräftig in diese Kerbe geschlagen.  Eigentlich ist Fremdenfeindlichkeit die Abwesenheit von Gastfreundschaft und das mangelhafte Vertrauen in die eigene Kraft, die aus den eigenen Wurzeln stammt, also Verunsicherung der Menschen. Diese Politik haben wir hier in Europa mit den Kriegsspielchen der selbst ernannten Fürsten und ihren parteioligarchen Nachfolgern aber schon sehr, sehr lange. Verunsichert werden die Menschen in Kriegszeiten und wenn ihnen die Existenzgrundlage reduziert oder ganz entzogen wird – siehe Praxis der Hartz4-Ämter.

 

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Ich hatte den Dreck, den die Müller abgelassen hat, schon gelesen. Eigentlich nur überflogen, weil mir vor Empörung die Luft wegblieb.
Ich halte ansich nicht viel von der Idee, Schuld und Unschuld würden sich über Generationen vererben. Ich bin für meine Taten verantwortlich und für sonst garnichts. Ein Thema, dass ich hier nur mit diesem einen Satz abtun kann. Aber es sind die deutschen Staats- und Konzernmedien, die nicht müde werden, von der besonderen deutschen Verantwortung zu schwadronieren. Eine Verantwortung, aus der heraus man auch administrativ und publizistisch gegen Juden vorgeht. Du erinnerst dich an die Veranstaltung, die wir gemeinsam in Kreuzberg besuchten. Juden fanden Schutz in einem türkischen Theater, Schutz vor antideutschem Pöbel und journalistischem Mob. Mittlerweile ist sowas Alltag und bald haben wir philosemitische Progrome gegen Juden.
Und die Müller, deren Beurteilung unter Einhaltung der Normen des Strafgesetzbuches und des bürgerlichen Anstandes mir nicht möglich ist , lügt und hetzt , wie man es sonst nur in der Alpen Prawda ertragen muss. Die Müller, deren Vorfahren, Juden nach Ausschwitz verbrachten, maßt sich an, den Vertretern der beiden Völker, die am meisten zu leiden hatten, vorzuschreiben, wie sie dieses Verbrechens zu gedenken haben?
Natürlich ist Bibi ein jüdischer Björn Höcke, nur geht es nicht um die Unterdrückung in den besetzen Gebieten.
,, Ausfälle gegen Polen" ? Ich habe mir die Rede angehört. Sie lügt einfach...

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Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Presstituierte, Maulhuren


an diese Veranstaltung im Kreuzberger Tiyatron. Und Dein

"Juden fanden Schutz in einem türkischen Theater, Schutz vor antideutschem Pöbel und journalistischem Mob."

trifft es sehr gut. In Anbetracht dieses ARD-Kommentars könnte man das sogar noch erweitern. Antideutsches Herrenmenschendenken macht nicht einmal mehr vor Israel selbst halt, wird hierzulande und zunehmend eine andere Menschen und Staaten belehrende Staatsräson;

auch auf weiteren Feldern von gesellschaftspolitischer Relevanz ...