26 Jan. 2020

Geliefert wie bestellt ...

Submitted by ebertus

würde ein wohl eher konservativer Blogger schreiben; bei dem ich dennoch immer mal rein schaue. Und auch in die aktuell sich verschämt die Wunden leckenden taz  schaue ich ab und zu rein; meist nur noch kopfschüttelnd ...


Die Twitterin Helkonie meine ich vor Jahren auch schon mal als Kommentatorin beim Freitag gelesen zu haben, hat sie nun offensichtlich Karriere gemacht, ist jetzt freie  Autorin bei der taz; und staunt nicht schlecht, dass gerade ihr (von den Linken?) so böse gedroht wird.

"Die Revolution frisst ihre Kinder" ..., aber das und hier in lediglich begrifflicher Nähe, das war ein anderes Buch.

Kommentare

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Ist doch irgendwie links. Oder so.

Ich erinnere mich, dass mir mal einer sagte : Du bist doch n Linker. Warum eigentlich? Du bist doch ansich ganz in Ordnung.

Ich bin weit davon entfernt zu glauben, man könne „die Verhältnisse zum Tanzen " bringen, ohne Gewalt anzuwenden. Die Vorstellung, grundlegende gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen, in dem man bei einem netten Spaziergang an einem Wahlsonntag, sein Kreuz an die richtige Stelle setzt, ist einigermaßen albern. Es wird keine friedliche Aufhebung der Herrschaft des Kapitals geben. Wird es wahrscheinlich auch so nicht geben, was aber ein anderes Thema ist.
Möchte man sich aber eine Welt vorstellen, die von diesen strunzdummen Straßenschlägern erkämpft wurde? Revolutionäres Entglasen von Pizzabuden? Steine auf Polizisten. Nachbarschaftsterror im Kiez?

Wenn es so was wie eine Strategie der Eliten gäbe, um sich und ihre Herrschaft zu immunisieren, dann müsste sie genau so aussehen. Sowohl die Transgeder- und-Sonstwas-Linke als auch dieser Mob sorgen zuverlässig dafür, dass jegliche emanzipatorische Idee diskreditiert wird.
Unerfreulich.

Bild des Benutzers heinz

Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Die Revolution frisst ihre Kinder

Davon hatten wir zwei Systeme erlebt, bzw. erlitten. Die Nazis und die Kommunisten, deren Basis waren Schlägertrupps.

Was die Wähler mit ihrem Kreuzlein wollen, spiegelt sich regelmäßig im autoritären, rechten Staat. Das ist weit weg vom Rechtsstaat. Gerade im Radio gehört: Die Bundeswehr hat ein Problem mit »Rechts« besonders die sogenannten Eliteeinheiten.

Warte, warte nur ein Weilchen,
Dann kommt die Gewalt auch noch zu dir.
Warte, warte nur ein Weilchen,
Die nächste Finanzkrise macht allem den Garaus hier.

Als der Finanzminister »Schrottpapiersteinbrück« die unrealen Gewinnerwartungen der Börsenzocker sozialisierte, haben die Beutegreifer jegliche Zurückhaltung verloren. Deren Zinsen und Gewinne sind mit Krediten finanziert. Lediglich die Einlagensicherung wurde auf 100.000 Euronen erhöht. Ob das etwas in der nächsten Krise hilft, ist fraglich; besonders die Südeuropäer spekulieren dabei auf die Hilfe des Staates und der Nordeuropäer – schließlich fressen wir alle aus dem gleichen Blechnapf.

 

Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Strunzdumme Straßenschläger

Ob die extralegale Gewalt der Kommunisten und der Nazis gleich war? In meiner Wohngegend, einer einst sehr proletarischen Gegend von Berlin, gab es den rechten Terror sehr ausgeprägt. Lange bevor sich so was wie der Rotfront Kämpfer Bund bildete. Hier war es vor allem der Sozialdemokrat Noske, der Arbeiter zu hunderten ermorden ließ: „... Jeder, der mit der Waffe in der Hand angetroffen wird, ist zu erschießen...." Der jüngste Waffenträger wurde wenige hundert Meter von hier im Kinderwagen erschossen. Ein anderes Kind auf einem Balkon gleich daneben.
Aber okay, das ist hundert Jahre her. Nach der Machtergreifung der Nazis legten die allergrößten Wert darauf, dass ihre bis dahin mariodierenden Straßenschläger nicht mehr autonom agierten. Volkszorn wurde orchestriert und Terror staatlich organisiert. Emotionales Mariodierenden hätte nur gestört. An Stelle des SA-Schlägers trat der disziplinierte Soldat. Auch Exzesse hätten nur gestört. So konnte Rudolf Hoss, langjähriger Kommandant in Auschwitz später erklären, er habe immer alles getan, um exzessive Grausamkeiten zu verhindern. Er hatte schließlich eine ernsthafte Aufgabe, die Ermordung von Millionen.
Da gab es schon lange keine SA mehr.

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Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Schlägertruppen als Basis

Darum ist das Kreuzlein trotz aller Gegenargumente unverzichtbar, ebenso wie die Aufklärung über die Prinzipien freier Menschen, die mit demokratischen Kompromissen leben. Der Unterschied macht den Andersdenkenden, der trotzdem Nachbar bleibt.

Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Aufklärung

Ich glaube nicht, dass das Wahlkreuz wichtig ist. Die Nazis hatten nie eine eigene Mehrheit. Wenn man die Wahlfarce vom November 33, als vor allen Wahllokalen die SA stand und die Kommunisten schon verboten waren, nicht ernsthaft als Wahl annimmt.
Den Chilenen hatte die Wahl Allendes nichts genutzt. Franco wurde nicht gewählt, auch nicht Salazar oder die griechischen Obristen.
Usw.....

Gewählt wird so lange, wie das Kapital seine Geschäfte glaubt ungestört abwickeln zu können. Und wirklich nur genau so lange. Dann aber gibt es im Inland den Putsch, im Ausland die Invasion, mindestens die Sanktion. Oder eine Farbenrevolution, die auch nur eine andere Sorte Putsch ist.

Es war eine amerikanische Anarchistin, deren Namen ich leider vergessen habe, die das abschließend beurteilte: Wählen nützt nichts, sonst wär es verboten.....

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Antwort auf: Robert   zum Kommentar: Ein jeder hat sein Kreuz zu tragen

Das ist gerade der Unterschied zwischen einem Diktatorenregime und der Wahl von Vertretern der Zivilgesellschaft. Die Nazis kamen an die Macht, weil das Großkapital die gesponsert hatte und mit einem weiteren Rüstungsgeschäft Kohle machen wollte. Mit Rüstung jeglicher Art wird erst einmal die eigene Zivilgesellschaft geschröpft.

Ein wirklich demokratisches System haben wir in der Berliner Republik Deutschland BRD noch niemals gehabt; das waren immer nur Parteienoligarchien. Bestenfalls Koalitionen, die sich gegenseitig gebremst hatten. In einer Demokratie leben freie Menschen, die zu gar nichts dienstverpflichtet werden können; auch nicht zu einem Wehrdienst, der zur Zeit nur »ausgesetzt« ist und immer noch nicht abgeschafft. Weiter kann die Zivilgesellschaft in einer Demokratie grundsätzliche Dinge mitbestimmen; die CDU (mit ihren Spezialisten, »die etwas von Politik verstanden«, so hatte Konrad Adenauer die Nazis umschrieben) hat aber ein Bundesplebiszit seit 1948 erfolgreich verhindert, obwohl die Alliierten das mit den Frankfurter Dokumenten ausdrücklich gefordert hatten. Mit dem Provisorium des GG sollte die eigentliche Verfassung mit Bundesplebiszit erst nach der Wiedervereinigung verabschiedet werden – das ist jetzt auch schon wieder 30 Jahre her.