7 Febr. 2020

Fleisch, Eier und Käse

Submitted by ebertus

Nun sehe ich mich selbst als einen eher undogmatischen Vegetarier, der sich zumindest bemüht, nur wenig tierische Produkte zu essen, dahingehend jedoch keinesfalls andere Menschen missionieren wollte. Allerdings kann es sein, dass die Regierung nun gerade mich und zumindest finanziell missionieren wird.


Nach diesem Bericht der Tagesschau  wird erwogen, die Steuern auf Fleisch, Eier und Käse (nebst derer Äquivalente, Folgeprodukte etc.) anzuheben, dafür das Tierwohl (hierzulande!) zu erhöhen. In der doch so gewünschten globalisierten Welt ist dieses Tierwohl-Argument bestenfalls ein frommer Wunsch, im Klartext eher als blumige Verlade gerade ärmerer Menschen, insbesondere der Klimasau-Adressaten zu verstehen.

Mit viel (Kontroll)Aufwand im Inland vielleicht ansatzweise durchzusetzen, aber schon in der EU nicht mehr. Oder wer wollte beispielsweise den Polen verbieten, ihre Mastgänse nun nicht mehr zu stopfen? Bekommen deren Züchter -wenn sie es lassen- dann auch einen Teil der hierzulande erhobenen Zusatzsteuer?

Und was ist mit den Importen von außerhalb der EU? Die schweizer Käsebauern müssen dann wohl ebenfalls mit Besuchen der deutschen Vegetarierpolizei rechnen, dito die auf den argentinischen Rinderfarmen, gar die kanadischen Lachsfischer mit ihren garantiert zu engen, künstlichen Teichen.

Auch wenn es vielleicht schief klingt, so wird jedoch und ähnlich dem Klimahype wohl kaum jemand in der Welt an diesem hehren, guten, neuen deutschen Wesen genesen wollen.

Kommentare

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Vorneweg: »Eine Tierwohlsteuer hat mit Vegetariern nichts zu tun.«

Die Kontrolle der Landwirtschaft ist bereits heute gut ausgebaut. Sowohl staatliche, als auch private Institutionen kontrollieren die landwirtschaftlichen Betriebe regelmäßig. Darum besteht mit einer Tierwohlsteuer auch kein Mehrbedarf an Kontrolle. Solange diese Tierwohlsteuer zweckgebunden an die Betriebe umgelegt wird, die sich an vorgegebene Auflagen halten, ist sie im wahrsten Sinne des Wortes dem Tierwohl förderlich.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Tierwohlsteuer

hast Du natürlich recht, gibt es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Tierwohl und Vegetarischer Ernährung.

Allerdings macht (mir) der verlinkte Tagesspiegel-Artikel sehr deutlich, dass die Konsumenten hierzulande mit konsequent marktwirtschaftlichen Mitteln weg von tierischen Produkten und damit hin zu vegetarischem Essen gedrängt werden sollen.

Klar, das trifft in erster Linie die Armen, falls sie überhaupt (als Omasau) substantielle Mengen an tierischen Produkten konsumieren. Und alle Anderen wird das wenig bis überhaupt nicht jucken; ebensowenig wie die gerade wieder deutlich gestiegenen Strompreise oder (demnächst) Benzin und Diesel.

Btw. Tierwohl und auch Menschenwohl. Hatte als junger Mensch die Gelegenheit, mir die Abläufe in einem Schlachthof anzuschauen. Never ever ...

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Wesentlich gravierender, als eine Tierwohlsteuer, ist die unterschiedliche Besteuerung von »Äquivalenten und Folgeprodukten«. Wer in einer Metzgerei oder Bäckerei ein Lebensmittelprodukt kauft, zahlt 7% MWSt, wenn das Lebensmittel eingepackt mitgenommen wird. Wird das gekaufte Lebensmittel aber sofort im Imbißbereich dieser Betriebe verzehrt, also auf einem Teller oder in einer Tasse und nicht in einer Verpackung, fallen 19% MWSt an. Hier könnte die Parteienoligarchie einmal ansetzen, um ihre Besteuerungswut abzubauen.

Ebenso bei Trivialsteuern. Die Biersteuer spült ca. 600 Mio Euronen in die Finanzkassen. Alle Steuern, die bundesweit weniger, als eine Milliarde Euro einbringen, sind Trivialsteuern zur Beschäftigung und Arbeitsbeschaffung von Beamten.

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Wenn jemand über eine Tierwohlsteuer als Umlage für die Landwirte nachdenkt, ist interessant, um welche Summen es sich dabei handeln könnte. Mit einer gezielten Tierwohlsteuer auf die Endprodukte werden nicht die Erzeuger besteuert, sondern die Verbraucher. Das gesamte Volumen der Land-, Forst- und Gartenwirtschaft macht gerade mal 1% der gesamten Wirtschaftsleistung in der Berliner Republik Deutschland BRD aus.

BruttoInlandsProdukt DE 2019

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Hau Matsch


Wieder einmal schön zu sehen, welche Sau (sie/die soll leben!!!) durch das mediale Dorf getrieben wird.